Jahresbericht 2013

Der Jahresbericht von 2013 findet ihr hier als Pdf-Dokument.

Das Bewegungs- und Erfahrungsfeld
Von Mitte März bis Ende Oktober waren wir wieder mit wöchentlich wechselndem Spielangebot auf den angestammten sechs Plätzen, an die Wochentage gebunden, im Bezirk unterwegs. Während des vorigen Winters hatten wir mit Kindern im Schülerclub viele der größeren Spielgeräte überholt, geschliffen und farbenfreudig gestaltet. Besonders anspruchsvolle Geräte des Bewegungs- und Erfahrungsfeldes, wie Drehwippbrett und schiefe Scheibe, erhielten zudem knapp gefasste Texte und Symbole zur sicheren Nutzung.

Während der Balancierparcours täglich aufgebaut wird, findet der Sprung-Parcours aus gepolsterten Kisten nur gelegentlich im Auto ausreichend Platz. Die beiden Reckgerüste, die Schaukelbrücke und die drei «Aufsteiger», gehören trotz ihrer Sperrigkeit wegen der großen Beliebtheit zum stetigen Angebot. Unsere beiden durch das Projekt Bürgerarbeit über drei Jahre geförderten Kolleginnen, betreuen diesen Bereich und sorgen für den stetigen Abstand der Geräte zueinander und für die zweckmäßige Anordnung der Sportmatten. Außerdem weisen sie Kinder in die Handhabung der Geräte ein.

Geschickt auf Rädern
Neben dem auf den jeweiligen Rasenflächen aus Sichereitsgründen platzierten Geräten des Bewegungsfeldes, dienen die Geschicklichkeitsfahrzeuge mit ihren verschiedenen Schwierigkeitsgraden, der Ausbildung motorischer Fähigkeiten der Kinder. Sie werden, je nach Platz, als extra Bereich auf einer geschützten Hartfläche angeboten. Diese Komplexität wirkt unterstützend für das gegenseitige Anregen der Kindern. Auch diesen Bereich konnten wir 2013 mit instandgesetzten und neuen Fahrzeugen gut bestücken. Andererseits gab es gerade bei diesen hochwertigen Spielmitteln, die sich eine Familie in der Regel nicht leisten kann und für die auch kein Platz in stätischen Wohnungen ist, durch Verschleiß (1Pedalo, 2 Skatebikes, 2 Balancierrollen) und durch Diebstahl (Hochrad und Swingcar) erhebliche Verluste. Unsere Spaßräder ( Eigenbau) nehmen im Spielwagen leider zu viel Platz ein, so dass wir sie nur einige Wochen im Jahr anbieten. Die den afrikanischen Laufrädern aus Knüppelholz nachempfundenen Geräten, machen wir gerade wieder funktionstüchtig.

Freunde geben einander Schwung – die Rennfahrzeuge
Besonders beliebt bei allen Altersgruppen sind die mit Kindern gebauten Scheesen und Rikschas. Für sie markieren wir nach Möglichkeit Rundstrecken, um die Kinder zu selbst organisierten Wettrennen anzuregen. Start und Ziel werden mit Tafeln zu Beginn der längsten Geraden markiert, damit bis zur ersten Kurve das Fahrerfeld schon auseinandergezogen ist und Unfälle vermieden werden. Alle wollen gewinnen. Sich richtig auszupowern und mit dem Freund, der lenkt ,nach einer Runde zu tauschen, tut allen Kindern gut. Wichtig ist, die Rennstrecke stetig frei zu halten, damit alle sicher ans Ziel kommen. Eine Aufgabe, um die wir alle Besucher bitten, wenn besonders viel los ist. Die Vorderräder der Scheesen sind ihr Schwachpunkt, sie müssen während des Jahres mehrfach gewechselt werden. Einige Eltern haben uns auch in diesem Jahr dankenswerter weise mit alten ausgedienten Kinderwagen als Ersatz geholfen. Der Vorrat gut geschweißter Lenkerachsen, den wichtigsten Ersatzteilen, ist leider aufgebraucht und uns ist kein entsprechender Arbeitsförderbetrieb bekannt.

Übers Bauen zum Rollenspiel
Hauptangebote jeder Woche sind thematisch gestaltete Spielaktionen aus Bau-, Bewegungs- und Rollenspiel auf den Rasenflächen. Welche Ansätze wir für jede Woche nehmen, entscheiden die Kinder im Vormonat. Wir schlagen ihnen doppelt so viele Themen vor, wie es Wochen gibt, erläutern Spielmöglichkeiten und hören dazu erste Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten der Kinder. Dann wird abgestimmt und das Votum aller Plätze zusammengetragen und ausgezählt. So entsteht der Monatsplan. Er hängt mit unseren Logos, den Ballmännchen, versehen in den Schulen auf dem Pausenhof, in der Nähe der Supermärkte an Zäunen und auf den Plätzen.

In Bauspielangeboten schaffen Kinder bei vielen Spielthemen zu Beginn gemeinsam den Spielraum. Damit es noch besser gelingt, Kinder selbstständig Lösungen für stabile Verbindungen finden, der Kran sicher steht und rundum schwenken kann, die Laufkatze auf der Kranbrücke gut rollt, die Mühle mehr Windachsen aufnehmen kann, wurden im Winter im Schülerclub neue Bauspielelemente für das Lochleistensyem hergestellt. Alle mit den Kindern zu Beginn einer Aktion geschaffenen Objekte, bieten eine gute Ausgangssituation für das eigentliche Rollen- oder Geschichtenspiel. Damit dafür genügend Zeit bleibt, haben wir auch Konstruktionsmaterial im Stecksystem aus hochwertigem Multiplex-Sperrholz (Birke) entwickelt, mit dem in kurzer Zeit stabile, bekletterbare Objekte entstehen. Ergänzt werden diese Grundbauten, je nach Bedarf und Lust der Kinder, dann zusätzlich mit kleineren Funktionsteilen per Schraubverbindung. So erhielten z.B. unsere Steckhäuser, leicht montierbare Zinnen (erfüllen zugleich die Funktion eines Geländers) und werden so leicht zu Ritterburgen.
Von Kindern ausgiebig bemalt, entstand die bunte Drachenhöhle. Die eigentliche Form ergeben Konstruktionsteile des antiken Streitwagens . Außen können die Kinder auf dem Objekt balancieren, die Ecken regen zum Klettern an und sind Aus- und Einstiege in Form kleiner Türme.

„Träumen und Erfinden“
Wie sehr diese sich scheinbar ausschließenden Handlungen, genau besehen einander bedingen, wollten wir in diesem Jahr mit den Kindern auf jeweils anderer Art erlebnisreich mit kleinen Abenteuern in vielen Wochenthemen gestalten.
Im Frühjahr hatten wir Kindern Vorschläge für Spielthemen aus der frühen Geschichte gemacht, die Neugier, Entdeckerlust und Erfindergeist mit Spaß im Gruppenspiel versprachen. Ausgangspunkt waren vorstellbare Sorgen und Nöte der Menschen im damaligen Alltag. So erfanden wir miteinander aus frisch geschlagenem Knüppelholz Werkzeuge wie die Gabel und die Hacke. Abgeschält und entsprechend geschliffen, konnten mit ihnen die Kinder am Wegesrand vor dem Strauchwerk der Stadtplätze die Erde lockern und Blumensamen einstreuen. Auf der Weberwiese war die Saat der ersten Maiwoche aufgegangen, und bis zum Herbst bewunderten wir mit den Kindern donnerstags die kleine Blumenpracht und erinnerten uns an die Erfindung der Hacke.

In Gesprächsrunden haben wir nachempfinden wie die Menschen den Rhythmus der Natur verstehen lernten, sich zunutze machten und folglich sesshaft wurden. Zudem hatten wir mit den Kindern Grassamen und Getreidekörner und deren Blütenstände verglichen. In unterhaltsamen Sammelspielen, die von den beteiligten Kleingruppen Umsicht und Geschick verlangten, vollzogen die Kinder die mühevolle Arbeit nach und verstanden erste Zusammenhänge von Auslese, Züchtung und Bodenbearbeitung. Auch beim Vermahlen der Körner zwischen flachen Steinen erlebten sie eine frühe Erfindung.

In nachfolgenden Spielaktionen, wie „Tieren nachlaufen oder sie zähmen und züchten“ und zum Bau der Häuser nahmen wir das Thema des Siedelns und damit verbundener Erfindungen noch einmal auf. Ausgiebige Jagdspiele auf weit gefassten Flächen simulierten auch die unergiebigen Tage, an denen man hungrig vom großen Jagdglück träumt und mit der Unzufriedenheit auf neue Ideen kommt. Vielleicht bauten Kinder den ersten Stall aus Freundschaft zu gefangenen Jungtieren und ihre Eltern unterstützten deren Verlangen zu bleiben? Der erste Traum unterm eigenen Dach war beglückend, aber harter, unebener Boden und die Zugluft ließen weitere Erfindungen folgen.

Von August bis Oktober folgten Themen zu Erwartungen der Kinder an Gegenwart und Zukunft, die wir aus ihren Vorschlägen in den Gruppengesprächen gesammelt hatten. Über eine Vorauswahl konnten die Kinder jeweils vor Monatsbeginn abstimmen.

In kindgemäßen Entsprechungen mit spielerischen Formen und Methoden suchten wir Zugang zu globalen Problemstellungen, von denen die Kinder meist schon gehört hatten. Damit jeder an seiner Rinne über Wasser verfügen konnte, mussten sich die Kinder zuvor am Wasserturm über gerechte Lösungen für das weit über die Wiese verzweigte Wassernetz verständigen, das von ihnen aus halboffenen Rohren und halbiertem und geglättetem Bambus gebaut wurde. („Wasser gerecht teilen“ 5.-9.8.)

Auch Wildtiere brauchen in einer zunehmend zivilisierten Umwelt Zugang zu Wasser. Durch Zufall und Glück gelingt Forschern die Züchtung eines Drachens, der allerdings den wichtigen Brunnen eines Dorfes durch nächtliches Baden verunreinigt. Aufwändig zähmen die Kinder des Dorfes den Drachen, füttern ihn mit rohem Gemüse, naschen selbst und bauen ihrem neuen Freund neben dem Brunnen ein Schlammbad.(12.-16.8.)

In den von uns aufgesuchten Kiezen werden verbliebene Baulücken, die bisher als Grünflächen dienten oder ob ihrer Wildheit gern von Kindern zum Spielen genutzt wurden, mit neuen Häusern bebaut. Bürgerinitiativen bemühen sich vehement, auf größeren Arealen den Anteil der Grün- und Spielflächen vorteilhaft für den ganzen Kiez zu entscheiden. In der Spielaktion von der „Traumstadt“ (19.-23.8.) gestalteten Kinder im Modell eigene Vorstellungen vom idealen Wohnumfeld. In Spalteholztechnik fertigten die Kinder dafür vielgestaltige bunte Häuser.

Aus zahlreichen Rädern, Transmissionsriemen und Einzelteilen bauten die Kinder ein Fitness-Center mit der modellhaften Idee, die für sportliche Zwecke aufgewendete Kraft zur Erzeugung von Strom zu nutzen. (26.-30.8.)
Umweltfreundlich, sauber, schnell und kommunikativ wird die Bahn das wertvollste Transportmittel auch in der Zukunft bleiben. Diese Feststellung bestimmte nach intensivem Spiel die Reflektionsrunden in der Woche „Eisenbahn – die Beste“ vom 2. – 6.9. Auf 36 Metern Schienen aus Sperrholz und Leisten bewegen sich Kinder auf bunt bemalten Rollbrettern mit Drehscheibe, Containerkran, Brücken, Signalen, Schranken und Bausteinen.

Allein von August bis Ende September gestalteten wir mit den Kindern 12 Themenwochen mit jeweils anderem Ansatz. Bei gutem Wetter waren täglich 80 bis 120 Kinder auf dem Platz. Jeweils etwa 10 bis 15 Kinder bildeten eine Spielgruppe um einen Spielleiter. Je nach Thema, Spielansatz und Gestaltung traten die Gruppen im Spielverlauf in Kontakt zueinander. So gab es bei der Weltraumerkundung neben der Rakete auch eine Weltraumstation und eine Gruppe Außerirdischer. Beim Spiel der „Kulturhäuser“ in einer idealen Stadt gab es wechselseitige Vorführungen im Märchentheater, dem Tanzhaus und im Geräuschemuseum.

Während der Erfinderwoche entstanden neben kleinen individuellen Basteleien , lange vorbereitet, zwei neue attraktive Großspielobjekte, dessen Passage den Kindern besonderes Geschick abverlangte. Sie bereicherten unsere Bewegungsangebote auch während der Herbstferien. In den Spitzenzeiten beider Wochen waren zeitgleich täglich bis zu 100 Kinder auf den Wiesen und fanden neben den anspruchsvollen thematischen Aktionen „Die Kraft des Windes und der Sonne“ausreichend Möglichkeiten zum erwärmenden Toben.
Mit Bewegungsexperimenten der Gruppe auf einem Brett über Baumstammrollen, vollzogen wir die Erfindung des Rades nach, ehe jeweils zwei Kinder , ihren antiken Streitwagen bauten und sich spannende Rennen lieferten. (Eine runde Erfindung 21.-25.10.)

Beim gemeinsamen Nachsinnen, wie wichtig Träume für neue Erfindungen sind, haben wir Kindern beispielhafte Umstände der Vergangenheit geschildert, die Mutige dazu brachten, nach neuen Ideen zu suchen. Der Ingenieur und Unternehmer Otto Lilienthal beobachtete viele Jahre am Wochenende die Störche im Berliner Umland und beschrieb seine Erkenntnisse über die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge in einem Buch. Alle weiteren Flugpioniere bewunderten nicht nur seine Gleitversuche, sondern nutzten seine beschriebenen grundlegenden Erkenntnisse für den Bau der ersten Flugzeuge. Der im Sommer gebaute Wasserturm wurde mitten auf der Wiese unser Tower zum Start der Papierflieger, Fallschirmchen, Stockraketen und Bumerangs.

In anfänglichen Gesprächsrunden zu den Wochenthemen, wurde die Idee eines anderen oft aufgenommen und weitergesponnen. Die anregende Atmosphäre in der Gruppe hat vielleicht den „Möglichkeitssinn“ einiger Kinder etwas erweitert. Bei Zeitdruck, Verkehrslärm oder anderen Umständen reflektierten wir das Erlebte in Bezug zum Spielthema zumindest beim Abschiedsgespräch mit den Kindern.

Ferne Welt im bunten Zelt
In den Sommerferien holten wir die Welt auf die Wiese. Jedes Zelt stand für eine Region und deren Kultur. Nach Einführungsspielen bauten die Spielgruppen ihre Zelte zügig auf und fanden in der anheimelnden und vor Sonne geschützten Atmosphäre über Bilder, Geschichten und Anschauungsmittel in Gesprächen spielerischen Zugang zu unserem Thema. Jede Gruppe agierte mit unterschiedlich farbigen Kostümen bei aktionsreichen Spielketten auf der Wiese. Auf Stirnbändern trugen die Kinder ihren der jeweiligen Tierwelt und dessen besonderen Eigenschaften entlehnten Namen, mit dem man sich gegenseitig ansprach.
Höhepunkte waren die Begegnungen der Gruppen untereinander. Jede Woche hatte eigene Schwerpunkte. Die Aktion begann mit der großen Schiffsreise und endeten mit der Spaßolympiade. An heißen Tage gestalteten wir die Gruppenangebote in der zweiten Hälfte mit Wasserspielen der verschiedensten Art.

Das Kickmobil und Sonderveranstaltungen
Freitags fahren wir mit dem zweiten Spielmobil, parallel zum Angebot auf dem Boxhagener Platz, zum Hohenstaufenplatz (Zickenplatz). Dort erfolgt abweichend vom Wochenthema der anderen Plätze ein handfesteres Angebot. Es entspricht den räumlichen Bedingungen des Platzes, wie auch den Erfordernissen der dortigen Kinder. Mit ihnen bauen wir eine Spiellandschaft, die vornehmlich anspruchsvollem Bewegungsspiel und weniger dem Rollenspiel dient. Das Konstruktionsmaterial ist kräftiger und ausladender. Für jeden Freitag entwickeln wir ein anderes Konzept. Neben dem betreuten Großspielobjekt bietet der zweite Spielleiter im ausgedehnten Sandbereich Bewegungsspiele an. Zudem gibt es ein großes Bewegungs- und Erfahrungsfeld, Balancierstrecken, Sprungparcours, Geschicklichkeits- und Rennfahrzeuge. Rhönrad und niedrigschwellige Akrobatikangebote wechseln bei ausreichender Besetzung einander ab.

Die Ausstattung dieses Fahrzeuges mit dem Arbeitstitel „Kickmobil“ dient außerdem den altersgerechten Angeboten bei zusätzlichen Veranstaltungen mit großer Kinderzahl. Schul-, Hort- und Sportfeste haben wir damit strukturgebend bereichert, ebenso Sozialraum-,Kiez- und Kulturfeste im Bezirk (u.a. Kinderkarneval der Kulturen, Traveplatzfest, Suppe und Mucke, Feste auf dem Comenius- und Petersburger Platz und im Volkspark. Drei eigene thematisch gestaltete Wochenendveranstaltungen erfolgten allein im Samariterkiez. Dort wo wir im Winter über den Schülerclub betreiben, jedoch keinen Platz wochentags regelmäßig bespielen, ist es uns besonders wichtig, dies mit erlebnisreichen Wochenenden für Familien etwas auszugleichen.
So hatten wir Anwohner gebeten, ein groß angelegtes Stadtspiel auf dem Forckenbeckplatz mit- zugestalten. Alle drei von Eltern betreuten Häuser von „Forckistadt“ wurden gut von den Kindern besucht. Ein großes Dankeschön für die gelungene Veranstaltung auch auf diesem Wege an alle Helfer aus dem Kiez.
Auch das spritzige Drachenfest mit vielen Wasseraktivitäten und der breiten Palette der selbst geschaffen Großspielgeräte auf den beiden Spielplätzen im August,, war bei den Kindern noch lange im Gespräch. Die Begegnung mit Kindern bei Sonderveranstaltungen nutzen wir, um auf die die regelmäßigen Platzeinsätze hinzuweisen.

Die finanzielle Grundlage und das personelle Potential
Die über die Angebote auf den fünf Stammplätzen mit den Wochenthemen hinausgehenden Angebote, erfolgen ehrenamtlich, ohne dass es für Aufwandsentschädigungen oder gar Honorare eine finanzielle Grundlage gibt. Hilfreich und unterstützend wirken unsere beiden Arbeits-förderkräfte z.T. auch bei Sonderveranstaltungen mit. Dennoch ist es unerlässlich aus der Zuwendung des Bezirks für die 1,6 Erzieherstellen durch Arbeitszeiterkürzung im Winter, Mittel einzusparen, um während der acht Monate Spielmobilarbeit auf den Plätzen, einen kleinen Fond für Vertretungen und die Sondereinsätze in Schulen zur Verfügung zu haben. Für die zeitgleichen Angebote freitags auf dem Boxhagener und dem Zickenplatz verpflichten wir qualifizierte Zusatzkräfte, die auch aus diesem kleinen Fond eine Aufwandsentschädigung erhalten.
Unsere Bitte an den Bezirk die Zuwendung von derzeit1,6 Stellen auf zwei volle Stellen zu erhöhen, bleibt leider ungehört. Die Mindestausstattung für kleine Kinder- und Jugendfreizeitstätten sieht eigentlich 2,5 Stellen vor. Bei acht Monaten Saison auf den Plätzen sollten proportional wenigstens Mittel für 2 Stellen möglich sein. Unsere Arbeitsbedingungen bringen eine Reihe von Belastungen für die Mitarbeiter und deren Familien mit sich. Astrid Dulich führt als Mutter zugleich ein phantastisches Familienmanagment, so dass sie an drei Tagen die lange Arbeitszeit bis nahe 19,00 Uhr leisten kann. Die Vielfalt und Qualität der Ausgestaltung unserer Arbeit kommt voll zum Tragen mit der langjährigen Tätigkeit. Tobias Geßler hat sich gut eingefunden in unsere Arbeitsweise. Beide hauptamtlichen Mitarbeiter haben einen guten Kontakt zu vielen Kindern und finden häufig Zuspruch von Eltern. Auch von Amts wegen gibt es anerkennende Worte, jedoch nicht die angemessene finanzielle Förderung.
Nur ein Teil der aufwändigen Wochenendeinsätze erfolgte kostendeckend mit zusätzlichen kleinen Einnahmen. Bei einem Teil der Schuleinsätze wurden insgesamt 450€ erwirtschaftet, die anteilig zum Bestreiten der Betriebskosten des Kickmobils eingesetzt werden.
Für den diesjährigen thematischen Schwerpunkt „Träumen und Erfinden“, gelang es uns zusätzlich 4000€ über die Aktion Mensch zu eruieren. Damit konnte vor allem dem Anspruch und der Konzeption des Themas mit zusätzlichem Spielleiter (mit Aufwandsentschädigung) entsprochen werden, andererseits fanden wir damit auch Lösungen für die Urlaubsvertretung während der Themenwochen. Der größte Teil des Urlaubs wird von beiden festen Mitarbeitern dankenswerterweise im Winter genommen. Von Mitte März bis 1. November konnten auch bei plötzlicher Erkrankung von Mitarbeitern alle Einsätze gesichert werden.

Ein Herbst voller Überraschungen
In vielen Schulen wird im Hortbereich unser abwechslungsreich präsentiertes Angebot bei Luft und Sonne in den grünen Kiezoasen sehr geschätzt und als Bereicherung eigener Bemühungen einer ganzheitlichen Erziehung. Auch besondere Aktivitäten in den Schulen konnten wir mit unseren Möglichkeiten wirksam unterstützen. Überrascht hat uns, als Kinder der evangelischen Schule am Petersburger Platz am letzten Mittwoch im Oktober uns zum Abschied den Erlös eines Kuchenbasars in Höhe von 300,-€ überreichten. Vielen Dank! Wir werden die Mittel im kommenden Jahr zur Gestaltung eines neuen Großthemas gut einsetzen.Auch uns hat das ideenreiche und intensive Spiel dort viel Spaß gemacht. Obwohl es die wohl lauteste Wiese von ganz Berlin ist!

Am letzten Tag vor den Herbstferien liefen alle Kinder der Schule am Traveplatz einen Sponsorenlauf rund um den Namensgeber, mit dem Ziel den Erlös unserem Verein zur Gestaltung der Spielaktionen zur Verfügung zu stellen. Ein Superergebnis von über 4000€ kam zustande, es enthebt uns einiger Sorgen und spornt uns zu neuen Ideen fürs nächste Jahr an.Möglich wird damit unser Angebot dienstags mal einem Akrobaten, Tanztrainer oder Musiker zu erweitern. Es gibt auch die Möglichkeit weitere Spielmittel über den Winter mit den Kindern im Schülerclub „Die Mühle“ herzustellen. Für den Kran werden wir einen Greifer bauen, die Spielhäuser mit besonderen Funktionsteilen versehen, das Schiff soll einen schwenkbaren Ladekran erhalten,

Auch Spenden von zwei Familien in Höhe von 100€ fließen in den sorgsam gehüteten Spendenfond ein, mit dessen Hilfe wir leider ab April 2014 auch unsere pro Quadratmeter um einen Euro steigende Miete für unseren Schülerclub (im Winter) Werkstatt und Basis für die Themengestaltung mit dem Spielwagen von Mitte März bis Oktober rechnen müssen.

Die letzten Spielmobile
Unser Konzept, regelmäßig an die Wochentage gebunden, die gleichen Plätze aufzusuchen und damit es spannend zugeht, Woche für Woche den Kindern ein neues Angebot im Rahmen unserer Kräfte anzubieten, halten wir den Bedingungen der Innenstadt gemäß. In den Schulen können sich die Kollegen des Hortes darauf einstellen, die Plätze ohne Voranmeldung entsprechend ihrer Bedingungen aufsuchen. Die Kinder finden Erlebnisse im grünen Kiezzentrum. Die Rasenflächen werden für die Natur verträglich, einmal pro Woche intensiv genutzt, es entsteht temporär ein zusätzlicher Spielplatz in unterversorgten Gebieten. Der eigentliche Spielplatz bleibt Eltern mit Kleinkindern vorbehalten. Die wiederholten Einsätze auf den zentral im Kiez gelegenen Flächen helfen den Kindern bei der„Eroberung“und Aneignung ihrer Umgebung. In der Regel verfügen die Schulen nicht über so weitläufige, grüne und gut besonnte Flächen.

Unsere Angebote sind keine fertigen Spielanlagen, die Kinder selbst schaffen eine ihnen gemäße Spiellandschaft. Sie lernen von Woche zu Woche mit den von uns entwickelten Bauspielelementen souverän umzugehen, gemeinsam zu handeln, aber auch ihrer Individualität Ausdruck zu geben.
Einzelkinder finden ebenso wie die Gruppen geeignete Angebote. Die Regelmäßigkeit unsere Erscheinens erweitert die Alltagsplanung der Familien. Über institutionelle Fördereinrichtungen hinaus, bieten wir Kindern vielfältige und niederschwellige Möglichkeiten ihre motorischen Fähigkeiten zu entwickeln, sich im Rollenspiel mit anderen in Phantasiewelten einzutauchen, zu toben, zu balancieren, Freunde zu treffen oder kennenzulernen. Im Umgang mit Material und Werkzeug erwerben sie technische Grundkenntnisse und finden kreative Ausdruksmöglichkeiten.

Der einfache Zugang zum Ausprobieren und Zusammenspiel bietet den geeigneten Rahmen für Kinder und Familien mit Integrationsbedarf. Kinder mit körperlicher Beeinträchtigung finden im Bewegungs- und Erfahrungsfeld ungezwungene Formen ihre motorischen Fähigkeiten zu erweitern und finden Erfolg und Bestätigung.
Wir bieten betreutes und altersgerechtes Spiel alternativ zu überlangem Computer- und Medienkonsum. In der letzten Phase des Nachmittags nutzen auch Familien mit Vorschulkindern unsere breit auf den Rasenflächen aufgebauten Strukturen. Eltern finden über die Kinder Kontakt zueinander, tauschen sich aus und erleben die Kinder im Zusammenspiel mit Anderen.

Weshalb sind der SPIELWAGEN in Pankow und wir die letzten von ehemals 18 Spielmobilen, die in Berlin offene Angebote für Kinder und Familien machen? Mit einer gemeinsamen Wochenendveranstaltung mit den Brandenbuger Kollegen haben wir auf diesen großen Verlust im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit, öffentlich aufmerksam gemacht. Drei der Jugendstadträte, die für dieses Jahr die Förderung ihrer Spielmobile einstellten, hatten wir eingeladen, auf dem Forckenbeckplatz die Vielfalt der rollenden Kinderwelten zu erleben. Aus Zeitgründen haben sie abgesagt und leider keine Vertreter der Jugendämter entsandt. Für die Kinder in unserem Kiez war es ein schöner Sonnabend und für die letzten Spielmobile ein praktischer Austausch.