Jahresbericht 2017

Der Jahresbericht von 2016 findet ihr hier als Pdf-Dokument.

Lebensqualität im Kiez mit Spielkultur

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Kräuterladen – Strasse mit Welt

Respektiert von anderen Nutzergruppen boten wir auf den Rasenflächen der regelmäßig aufgesuchten Stadtplätze Kindern und Familien vielgestaltige Angebote. Mitunter fragten uns Touristen: «Was feiert Ihr? Heute ist doch ein Wochentag!»

Die Aktionsflächen der einzelnen Spielleiter*innen sind weit auseinanderzogen, so dass die Gruppen ihr Spiel bewegungsintensiv gestalten können. Entsprechend ihren Bedürfnissen und Interessen finden hinzukommende Kinder bald Kontakt. Die Erwartungen sind jede Woche groß, welche Spiele gibt es zum Thema? Fehlen wegen Defekt oder Diebstahl beliebte Geschicklichkeitsfahrzeuge, gibt es enttäuschte Gesichter! Individuell nutzen Kinder das weitläufige Bewegungs- und Erfahrungsfeld mit hochwertigen Geräten. Regelmäßiges und pünktliches Erscheinen von Mitte März bis Anfang November war uns Verpflichtung, auch wenn es regnete, hofften wir auf trockene Stunden im Laufe des Nachmittags. Verpflichtung war uns jede Woche ein Thema so vorzubereiten, dass die Kinder ihren Interessen gemäß auf vielfältige Art aktiv werden konnten.

Spielaktionen mit Kindern leben von der überraschenden Folge und originellen Art der Gruppenspiele zum Motiv eines Themas. Wir entsprechen dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder, ihrer Neugier und der Suche nach Erlebnissen mit Freunden. Symbolträchtige Figurationen einer Spielkette entwickeln die Spielleiter*innen mit spielpädagogischer Kompetenz aus einem großen Ideenfundus. Die Basis bildet die von den Mitarbeitern*innen gespeiste, breit sortierte Spielekartei. Ihre den Kindern zugewandte Art, Regeln kurz und verständlich mit dem Bildhaften des Spiels zu vermitteln, schafft eine mitreißende Atmosphäre. Die im Bewegungsspiel erlebte Freude der Kinder führt zur Motivation, sich zu dem die Spiele verbindenden Gedanken während einer Pause auszutauschen.

Einfache Zusammenhänge in Natur und Gesellschaft, Episoden aus der Historie oder die Moral einer Geschichte, werden Anlass von Erörterungen beim Gruppengespräch. Vom Wissensstand der Kinder ausgehend, führen einfache Fragen zum Nachdenken. Wozu brauchen die Menschen auch Raum zwischen den Häusern? Wie wichtig ist das Zusammentreffen der Menschen? Beobachtungen und Meinungen der Kinder führen zu kleinen Debatten. Sich dem Wert des Schattens unter dem großen Baum, unter dem wir spielen, einmal bewusst zu werden, führt Kinder zu sehr verschiedenen Überlegungen. Der Baum, so alt wie die Großeltern, hatte es sicher schwer, auf dem Stadtplatz groß zu werden. Als er klein war, bedurfte er täglich des achtsamen Umgangs vieler Menschen. Wie anmutig ist sein Schatten mit den bewegten Lichtkringeln im Gegensatz zu dem eintönigen Grau vor den Häusern. Flüchtlingskinder aus südlichen Ländern erzählen von ganz anderen Bäumen ihrer sehr heißen Heimat und wie hilfreich dort der Schatten zwischen absichtlich eng gebauten Häusern ist. Auch dort spielen die Kinder und treffen sich die Erwachsenen.

Bildbetrachtungen oder das Herumreichen von merkwürdigen Gegenständen unterstützen den Gedankenaustausch. Gestaltungs- und Bastelangebote, Geschicklichkeitsspiele, Geschichten erzählen oder doch ausgelassen weiter auf der Matte spielen? Die Gruppe entscheidet den Fortgang. Vorbereitet sind weitere Spielketten in neuen Zusammen-hängen zum Wochenthema. Aus der Verbindung verschieder Spielformen und kleinen Aufgabenstellungen entstehen Erlebnisse der Kinder, die ihnen auch helfen, soziale, körperliche und kognitive Fähigkeiten auszubilden und zu stärken.

Jeder Spielleiter nutzt eine eigene Bodenplane in der Größe von 6 x 8 Metern. Sie ermöglicht den Kindern alle nur denkbaren Bewegungsformen, markiert das Spielfeld und schont den Rasen. Äußerlich differenziert sich das Spiel parallel agierender Gruppen auch mit Bauspielaktionen. Die Kinder errichten Häuser, Burgen, Brücken, Türme, Kräne…Dafür steht multifunktional einsetzbares Material zur Verfügung. Diese Spielmittel unterstützen Formen eines von den Kindern selbst getragenen Rollenspiels. Zur Interaktion der Gruppen sind einfache Formen der Verkleidung, Überwürfe, bemalte T-Shirts oder Stirnbänder und Gürtel hilfreich. Noch besser unterstützen selbst gefertigter Schmuck und Requisiten die Gruppenzugehörigkeit.

Mit Kindern langlebige Spielmittel herstellen

Im Rahmen unserer Winterarbeit im Schülerclub entstanden mit den Kindern viele neue Spielmittel, die ihr Rollenspiel unterstützen wie auch der Förderung ihrer motorischen Fähigkeiten dienen. Knüppelholz wurde zu Rundbausteinen zersägt, die lustig bemalt zum Turmbau anregen. Spezielle Formsteine erlauben den Bau einer neuartigen, weit verzweigten Murmelbahn, an der viele Kinder zugleich aktiv sein können. Ebenfalls aus Sperrholzresten wurden neue Transmissionsräder für das Kraftwerk und die Mühle geschnitten und bemalt. Für das Sommerferienprojekt malten wir mit den Kindern nach Vorlagen aus den einzelnen Kulturen Tiermotive auf T-Shirts.

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Das Quirli

Vier neue Segmente für Schienen des Eisenbahnspiels ermöglichten mit dem Bestand erstmals zwei miteinander verbundene Rundstrecken zu bauen. Die Kinder fanden im Spiel mehr Bewegungs- und Spielvarianten. Stationen, Brücken, Tunnel, Schranken, Signale und Verladebrücke motivierten zu immer neuen Spielsituationen. Auf einem Teil der neuen Schienen hatten wir für Kinder wichtige Spielplätze im Bezirk gemalt, die zum gegenseitigen Austausch darüber anregten. Auf den anderen Schienen fanden sie Berliner Sehenswürdigkeiten und für Kinder wichtige Kulturorte. « Fahrdienstleiter » stellten die Aufgabe diese Ziele zu finden.

Höhepunkt Ausgang des Winters wurde für große Kinder auf dem Ballspielplatz in der Schreinerstraße die Erprobung der ersten Bauteile zum Schrägkistenspringen.

Im 45°-Winkel sollten sie im Wechsel links und rechts versetzt mit jeweils einem Bein die Kisten kräftig anspringen und abfedernd die andere Seite erreichen. Die Versuche auswertend, fertigten wir Teile für insgesamt zehn Kisten. Sie werden auf den Plätzen von Kindern montiert. Auf den Bruchteil einer Sekunde genau die Sprünge mutig und kraftvoll zu platzieren, war bei zahlreichen Einsätzen im Laufe des Sommers eine große Herausforderung für viele Kinder und einige Jugendliche. Oft waren Mädchen mutiger, scheuten sich weniger voreinander.

Aus Schaumstoff, Kunstleder und Sperrholz entstanden zwei neue leicht montierbare Turnpilze, sie sind zugleich Start- und Endpunkt der Tarzanschaukel, an der Kinder beim Schwingen am Seil ihr eigenes Gewicht halten, so lange es geht.

Der Klassiker für anspruchsvolles Bewegungsspiel, der Schwing-Parcours, erhielt vier neue, besser und sicher verladbare Grundständer. Er wurde zudem durch zwei neue Abschnitte von jeweils drei Metern erweitert. (Knüppelbrücke ohne Geländer und Schaukelteile von zwei Metern Länge). Die insgesamt fünfzehn Meter lange Passage erfolgt dicht über dem Boden und fordert dennoch von den Kindern alle drei Meter eine andere Art von Geschick.

Standsicher, auf zwei Astgabeln aus Eichenholz, bauten wir mit den Kindern einen neuen und höheren Sprungbock. Auch wenn verschiedene Besucher des Clubs die Arbeitschritte ausführten, verfolgten die Kinder über die Tage hinweg interessiert, wie aus den krummen Astgabeln ein stabiles Sportgerät entstand. Aus Sturmschadenholz ist ein weiterer Bock für Jüngere in Arbeit.

Beim Experimentieren im Schülerclub entstand mit Kindern die Idee für das Überkopfklettern. Diesen neun Meter langen Parcours in einem Meter Höhe können mehrere Kinder gefahrlos in allen Phasen mit aufbauen. Bauch- und Rückenmuskulatur werden beim «häkelartigen» Klettern zwischen den Rundstangen im Abstand von 40 cm besonders gestärkt. Er wurde Teil vieler Spielthemen und attraktives Angebot bei Schul- und Kiezfesten.

Die Grundkonstruktion von Drehkran, Mühle, Tapetenrollenkino und großer Maschine kann von Kindern zügiger und präziser aus neu geschaffenen Rahmenpaaren aus dickem Sperrholz montiert werden. Die Elemente ergänzen das vielseitig einsetzbare Lochleistensystem. Kindern finden einen stabilen Ausgangspunkt für experimentelle Bauten, die bekletterbar einen Parcours wirkungsvoll ergänzen.

Damit mehrere Kinder zugleich handwerkliche Tätigkeiten wie Sägen, Bohren, Feilen kniend sicher verrichten können, erfanden wir eine flache, leicht montierbare Werkbank für die Platzarbeit. Das Spielhaus «Berufsschule» wurde zünftiger durch neue Giebel und zwei von Kindern bunt bemalte Seitenwände. Abwechslungsreich gestaltete Bauspielaktionen führen Kinder über den Spaß an der Selbstwirksamkeit zu handwerklichen Fertigkeiten und technischem Verständnis.

Achtsam und sensibel

Neben einer Vielzahl von Angeboten zur motorischen Förderung gelingt es meist auch, eine Gruppe für einfache Formen des Darstellenden Spiels zu gewinnen. Die ausgelassene und fröhliche Atmosphäre auf den Plätzen regte auch Kinder aus Flüchtlingsfamilien zum wiederholten oder regelmäßigen Besuch unserer Spielaktionen an. Wir machen ihnen Mut, beim Märchenspiel Rollen zu übernehmen und unterstützen sie, sprachliche Barrieren zu meistern.

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Pflegende Berufe – Der Arzt

Mit den kleinen Gesprächsrunden zwischen den Spielen entstehen neue Ebenen der Begegnung und des Miteinander. Das gemeinsame Erfinden von Geschichten machte Astrid im Frühjahr zu ihrem Schwerpunkt. Dazu malten die Kinder entsprechende Zeichnungen.

Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit in kleinen Teams war gefordert bei einer Foto-Rallye der Gruppe des Indischen Zeltes in den Sommerferien. Sie bezog sich auf die Kim-Geschichte von Kipling. Ausdrucke von Fotos kleinster Details verlangten das genaue Hinsehen und Beobachten der Natur auf dem Platz. In einer Geschichte vom Gesandten des Mondlichtes gestalteten die Kinder mit Astrid einen Sinnesparcours, dessen Wohlgerüche weit über den Platz das Flair der fernen Kultur verbreitete.

Gute Stimmung beim Stimmen des Bretter-Xylophons hatten die Kinder, als sie mit Jens immer neue Stücke abschnitten, um saubere Achttonreihen hinzukriegen. In der folgenden Woche folgten Klangexperimente mit Plasterohren.

Die Zusammenhänge in der Natur erlebten die Bewohner des Hauses der Naturforscher in vielen Bewegungsspielen mit Tobias. So holten z.B. die Insekten von den Seerosen Nektar (kleine Holzstücke) und brachten sie fliegend zur geschützten Höhle, sie mussten jedoch stets auf der Hut vor den hüpfenden Fröschen sein. Die allerdings suchten das Weite, sobald der staksende Storch versuchte sie abzuschlagen.

Zur Freude vieler Kinder hatten wir unsere Lauf- und Spaßräder (Umbau von Fahrrädern) repariert. So weit sie Platz fanden im Spielmobil, brachten wir sie mit, um an die Erfindung des Laufrades vor 200 Jahren zu erinnern. Besondes viel Freude hatten die Kinder an den Rädern, wo wir in die Vorderachse ein Einrad als Antrieb eingebaut hatten und das Hinterrad durch zwei Lenkrollen ersetzt wurden. Leider beanspruchen sie viel Stauraum im Spielmobil.

Mit Kindern einen verwunschenen Ort entdecken

Auf der Basis einer zusätzlichen Vereinbarung mit dem Bezirksamt erfolgten auf dem Spielplatz Blumenstraße zusätzliche Spielaktionen mangels anderer Freizeitangebote im Andreasviertel. Vom 1. Juni bis 20. Oktober, jeweils donnerstags zwischen 12.30 bis 18.30 war das Kickmobil im Einsatz. Da während der Sommer- und Herbstferien auf der nahegelegenen Weberwiese von uns ganztags personalintensive Angebote von 9.00 bis 18.30 erfolgten, entfielen die Einsätze in der Blumenstraße.

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Mit dem Schiff auf Entdeckungsreise

Im Mulchbereich des Spielplatzes wurden die Geräte des Erfahrungs- und Bewegungsfeldes präsentiert. Die kleine besonnte Rasenfläche gegenüber stand für angeleitete Bewegungsspiele zu Verfügung. An der großen Pappel war Start und Ziel für den Kurs der Rennfahrzeuge rund um die Spiellandschaft. Den Balance-Parcours stellten wir in der Nähe des Sandbereiches quer über einen Graben. Mangels einer Hartfläche verblieben für die Geschicklichkeitsfahrzeuge nur sandige Seitenwege, auf denen die Kinder sie nur eingeschränkt nutzen konnten.

Jeweils 12.30 Uhr entluden wir das Spielmobil und richteten die einzelnen Bereiche ein. Das wichtigste Angebot in der Mitte des kleinen Parks war jede Woche der Aufbau eines unserer Großspiel-Parcours. Dieses Objekt jeweils mit den ersten Kindern aus Bauspielelementen zu errichten, gelang nur an wenigen Tagen. Der Unterricht und Zeit für Hausaufgaben verzögerten das frühzeitige Kommen der Hortgruppen. Dennoch überließen wir letzte Montagearbeiten, wie die Herstellung stabiler Dreiecksverbindungen und das Festziehen der Schrauben am Großobjekt, meist in der Länge von neun bis zwölf Metern, den ersten Kindern. Nach dem gemeinsamen Sicherheitscheck konnte es dann losgehen.

Das Durchqueren der Parcours machten den Kindern viel Spaß. Mit der wiederholten Nutzung erreichten sie stufenweise in den schweren Abschnitten von Mal zu Mal mehr Geschick und verbesserten ihre Kondition. In jedem der drei Meter langen Abschnitte wurden andere Muskelgruppen besonders beansprucht. Die Kinder forderten sich gegenseitig heraus und halfen einander. Einige Kinder aus Flüchtlingsfamilien hatten erhebliche körperliche Entwicklungsdefizite. Ausgelassen mit ihren Freunden zu klettern und zu hangeln tat ihnen besonders gut. Unsere Spielbetreuer gaben entsprechende Sicherheit und nahmen an schwierigen Abschnitten Kontakt zu den Kindern auf, sprachen ihnen Mut zu, forderten die Könner zu neuen Herausforderungen auf und unterstützten diejenigen, die ihr eigenes Körpergewicht z.B. beim Hangeln nicht halten konnten.

Neben dem Parcouren konnten die Kinder ihr Geschick an Einzelgeräten wie dem Reck, am Tarzanseil, dem Sprungbock, dem Hüpfkistenkreis oder am „Aufsteiger“ erproben. Das Schrägkistenspringen mit seinen besonderen Herausforderungen konnte nur stattfinden, wenn Kinder geduldig ausreichend Kisten aus Sperrholz und Holzwinkeln montiert hatten.

Neben einigen Hortgruppen der Blumen-Grundschule besuchten den Platz mehrfach eine Kitagruppe und eine Gruppe der Hörgeschädigtenschule. Da wir so nah am Schulgelände der Blumen-GS waren, wurden leider die parallel stattfindenden thematisch gestalteten Spielaktionen auf der Weberwiese von Hortgruppen nicht mehr in Anspruch genommen. Zuvor waren sie dort regelmäßige Besucher.

Die parkähnliche Situation des Platzes mit kurvenreichen Wegen und stetig grünem Horizont, Kletterangeboten und Wasserspielplatz ist wahrlich eine Oase in der Großstadt. Dennoch haben einige Familien den Platz erst durch unser Angebot entdeckt. Nur wenige Kinder laufen über die Blumenstraße zur Schule und nehmen somit die Spielgelegenheiten des Platzes wahr. Da die Tür zum Schulhof aus Sicherheitsgründen stets verschlossen ist und nur von der Hortbetreuerin zur Passage der Gruppe geöffnet wird, kommen nur wenig Kinder nach Schulschluss von sich aus auf den Platz. In der Regel besuchte nur ein gutes Dutzend Kinder meist mit ihren Eltern den Platz.

In Gesprächen mit den Eltern erläuterten wir die Absicht des Bezirksamtes, im Kiez ein Freizeitangebot für Kinder zu schaffen. Wir verwiesen darauf, dass trotz des schönen verwunschenen Ortes die Angebote auf der Weberwiese für insgesamt mehr Menschen im Sozialraum zum Tragen kommen. Einige der Familien waren früher auch Besucher der Weberwiese, andere haben uns mit dem Angebot der Blumenstraße kennengelernt. Mit noch gezielteter Werbung im ganzen Kiez werden wir 2018 die Spielaktionen auch auf disem Platz fortsetzen, erstmalig am Donnerstag dem 22. März.

Sicherung aller Angebote in hoher Qualität

Zwei unserer drei fest angestellten Sozialpädagogen (Astrid und Tobias) sind selbst Eltern. Beide arbeiten im Interesse der eigenen Familien jeweils nur drei Tage. Mit Jens‘ durchgehender Arbeitszeit von 35 Wochenstunden war in der Regel jeder Einsatztag auf den festen Plätzen mit zwei Fachkräften besetzt. Eingesparte Mittel durch eine zusätzliche Verkürzung der Jahresarbeitszeit von Tobias auf Grund der Elternzeit, boten die Möglichkeit, ergänzt mit Spendenmitteln, zeitlich begrenzt zwei Mini- bzw. Midijobs einzurichten. Dank der beiden Kollegen mit handwerklicher Ausbildung und langjähriger Erfahrung mit dem Konzept Kickmobil, Pepe und Louis, konnte der zusätzliche Bedarf donnerstags und freitags auf zwei Plätzen, bzw. bei Schul- und Kiezfesten gedeckt werden. Während der Oster-, Sommer- und Herbstferien war damit auch die tägliche Präsenz von neuneinhalb Stunden auf vier Plätzen möglich. Zugleich wurde dem erhöhten Bedarf an den Vormittagen in den Ferien entsprochen. Größere Parcours und das Rhönrad konnten neben den thamatischen Spielpunkten eingerichtet und betreut werden.

Mit Claudia gewannen wir über ein Arbeitsförderprogramm ab Mitte des Jahres eine vielseitig einsetzbare Mitarbeiterin mit langjähriger Erfahrung im Kulturbereich. Sie betreute gerade in den Spitzenzeiten eigene Angebote. Unsere Praktikantin Sonja machte für Themenwochen eigene Vorschläge und entwickelte dafür Bastel- und Gestaltungs-angebote. Freitags ergänzte sie auf dem Zickenplatz das Team. Volkers ehrenamtliche Mitarbeit sicherte die fachliche Flanke bei zusätzlichen Aufgaben und setzte viele Ideen zu «Arbeit spielen» in Themenwochen um.

Für die Beziehungsarbeit mit den Kindern, war es uns wichtig, alle Stammkräfte stets auf denselben Plätzen einzusetzen. Die Atmosphäre war stets heiter und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Beim Aus- und Einladen halfen Kinder und Eltern.

Der Einsatz von Spendenmitteln

Jedes Wochenprogramm interessant und vielfältig vorzubereiten, gelingt neben der Entwicklung erlebnisreicher Spielketten vor allem mit Dingen zum Begreifen und Bauen, zum Wundern und Verstehen, zum Verkleiden und Verzaubern, zum Fahren und Toben, zum Verkriechen und Verstecken. Neue Spielmittel entstanden aus Material, das aus Spenden in Höhe von 2000 € der Aktion des Tagesspiegel «Menschen helfen» beschafft wurde. Multiplex-Sperrholz, Leisten, Versiegelungslack und Schrauben für 775 €. Extra fester Schaumstoff und Kunstleder für 465 € dienten der Fertigung neuer Sportmatten. Hochwertige Spielmittel wie Twister, Hüpfstäbe und Balance-Räder ergänzten nach Verschleiß oder Diebstahl für 760 € den Bestand.

Mit der Spende von 5000 € des Fördervereins «Anschutz hilft e.V.» der MB-Arena waren wir in der Lage im Winter die Ausstattung für zahlreiche Themen attraktiv vorzubereiten. Neue Zeltelemente wurden genäht und mit Textilfarben bemalt. Die Kinder gestalteten Tanztücher und T-Shirts. Aus preiswerten Lederstücken imitierten wir die Kleidung antiker und mittelalterlicher Helden. Buchenholz wurde in Ausbildungswerkstätten für unser Bauspielsystem zugeschnitten. Insgesamt wurden 1150 € Material zur Herstellung neuer Spielmittel eingesetzt. Kosten für hochwertige Geräte des Erfahrungs- und Bewegungsfeldes betragen 773 €. Auch die überraschend hohen Kosten von 1600 € bei der Hauptuntersuchung des Kickmobils wurden aus der Spende finanziert. Zur Ergänzung unserer Angebote an einigen Tagen setzten wir Honorarkräfte ein (1480 €).

Auftritte von Clown Carlos als Abschluß zahlreicher Spielaktionen, in der Zeit des Einräumens, wurden ebenso aus Spendenmitteln finanziert.

Für eine Spende von 200 € danken wir Frau Dr. Dietzsch von der Petersburger Apotheke, die sie bei Kunden für unsere Platzarbeit sammelte. Die Firma Drei-Null-GmbH ließ uns 100 € zukommen. Herr Wolf-Dieter Willhelm erlebte seinen Enkel beim begeisterten Spiel auf dem Platz und spendete 800 €. Herr Jörg Johne spendete zum zweiten Mal 500€ Familie Rotter danken wir für eine Spende von 200 €. Der Förderverein der evangelischen Schule Friedrichshain unterstützte unsere Arbeit mit 350 €. Außerdem danken wir Frau Jana Radke, Frau Antje von Broock, Familie Michel und Herrn Sven Giese für Spenden von insgesamt 130 €.

Das jährliche Drachenfest im Kiez unseres Schülerclubs wurde in diesem Jahr getragen durch ein tolles Engagement einiger Eltern, die für den Kuchenbasar sechzehn Kuchen gebacken hatten und damit die Kosten für die Kulturbeträge erwirtschafteten. Der gute Geschmack bestimmte die heitere und gelöste Athmoshäre auf dem Spielplatz in der Schreinerstraße auch noch als der Kuchen längst alle war.

Spinne im Netz

So lautet eines der besten kooperativen Spiele. Durch das Zuwerfen eines Fadenknäuls durch die Spieler ist im Kreis ein Netz entstanden, das von ihnen beliebig gehoben oder gesenkt werden kann, wenn die Spinne versucht die Fliege zu fangen. Die Sympathie der Gruppe gilt natürlich der Fliege. Ihr fällt es leicht, über die tieferen Fäden zu steigen. Wenn das Netz vielfach gestrickt ist, funktioniert das Spiel und macht allen großen Spaß.

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Das Haus ist längst nicht voll

Spielmobilszene in Berlin und Brandenburg ist kaum noch ein Netz, das bundesweite könnte gern dichter sein. Unser konzeptioneller Ansatz jede Woche mit Themen auf die gleichen Plätze zu gehen, niedrigschwellig im Zugang und altersgerecht im Anspruch, könnte das ideale Modell für viele Ballungszentren sein. Auch die zweite konzeptionelle Linie, unser Kickmobil, mit dem große Kinder an einem Nachmittag ihren eigenen Platz für die «sportlichen Sinne» schaffen, ist nachahmenswert. Beide Angebote ermöglichen Kindern Teilhabe und ganzheitliche Entwicklung. Selbst die Nachnutzung einzelner Ideen, ist nicht gerade groß. Bei Veranstaltungen erklären eher kommerzielle Anbieter ihr Interesse etwas von uns nachzubauen.

Wichtiger Knotenpunkt für neue Impulse ist die Bundesarbeitsgemeinschaft. Zu Beginn des Jahres gestalteten Astrid und Jens in Schleswig-Holstein einen Workshop für die dortigen Spielmobiler über unsere Mittel und Methoden des Bauspiels. Sie vermittelten Erfahrungen des Eigenbaus von Spielmitteln unter Einbeziehung der Kinder und des vielfältigen Einsatzes unseres Lochleistensystems.

Eine dreitägige Veranstaltung gemeinsam mit zehn anderen Spielmobilen auf der IGA in Marzahn wurde neben dem Angebot für Kinder zum praktischen Austausch über methodische Ansätze der Teams. Wir zeigten selbst entwickelte Geräte zur motorischen Förderung von Kindern der oberen Altersstufe, die sich zum Nachbau eignen. Den Münchener Kollegen schenkten wir eine Renn-Scheese zum Nachbau.

Selbstverständlich gehörte dazu auch eine Auswahl der besten Bewegungsspiele, wie wir sie auch beim jährlichen Spielfest der letzten Spielmobile in Berlin und Brandenburg diesmal in Reinickendorf anboten.

Die neue Spielmobilsaison startet, wie jedes Jahr zum Frühlingsbeginn. Ab Montag dem 19. März ab 13.30 Uhr trefft Ihr uns wieder auf den angestammten Plätzen, donnerstags wieder doppelt auf der Weberwiese und dem Spielplatz in der Blumenstraße. Ebenso alternativ freitags auf dem Boxhagener Platz und dem Zickenplatz (Hohenstaufenplatz).

Astrid Dulich (Projektleiterin) und Volker Hedemann (Vorstand)